So funktioniert es
Java ME (J2ME) und MIDP: So führen klassische Handys Apps aus
Vor den App-Stores liefen auf den meisten Handys dieselben Apps: kleine Java-Programme. Wegen dieses gemeinsamen Systems können ein Nokia, ein Motorola und ein BlackBerry aus den 2000ern alle KeyAgain ausführen.
Eine Plattform, Hunderte Handys
Java ME (zuerst J2ME, Java 2 Micro Edition) brachte Sun Microsystems 1999 heraus: eine Java-Version, klein genug für Handys und andere kleine Geräte. Die Hersteller bauten sie in ihre eigenen Systeme ein: Nokia Series 40 und Symbian, Motorola, Sony Ericsson, Samsung, LG und viele mehr. Auf BlackBerry OS ist jede App eine Java-App. Die Spiele und Apps, die man in den 2000ern aufs Handy lud, waren fast alle Java-ME-Apps, oft MIDlets genannt.
Das Ergebnis: Eine App, die für die Plattform und nicht für ein einzelnes Gerät geschrieben ist, läuft auf Handys vieler Marken. Genau so ist KeyAgain gebaut.
MIDP und CLDC, die zwei Versionsnummern, auf die es ankommt
Jedes Java-Handy hat zwei Kennzeichnungen, meist im Datenblatt:
- MIDP (Mobile Information Device Profile) legt fest, was eine App kann: Bildschirme, Tasten, Netz, Speicher. MIDP 1.0 kam zuerst (2000) und ist sehr begrenzt. MIDP 2.0 (2002) brachte deutlich besseres Netz, Multimedia und Sicherheit und wurde ab Mitte der 2000er zum Standard der meisten Handys.
- CLDC (Connected Limited Device Configuration) ist das Basis-Java darunter. CLDC 1.0 kennt zum Beispiel keine Dezimalzahlen, CLDC 1.1 hat sie ergänzt.
| Das Handy hat | Was KeyAgain macht | Beispiel |
|---|---|---|
| MIDP 2.0 + CLDC 1.1 | Volle App | Nokia E71, RAZR2 V9, BlackBerry Curve 9300 |
| MIDP 2.0 + CLDC 1.0 | Volle App (auf den älteren Kern eingestellt) | Nokia 6600 |
| MIDP 1.0 | Eigene, leichtere Version nur mit Text | Ursprüngliches Nokia N-Gage |
| Kein Java | Läuft nicht | Ursprüngliches Nokia 3310 |
JAR- und JAD-Dateien
Eine Java-ME-App kommt als .jar-Datei (die App selbst, ein ZIP-Archiv) und manchmal mit einer .jad-Datei (eine kurze Beschreibung mit Name, Größe und Download-Adresse). Manche Handys installieren direkt die .jar, andere öffnen lieber zuerst die .jad. Die Installationsseite m.keyagain.app gibt jedem Handy, was es braucht. So installierst du eine Java-App.
Warum keine moderne App?
Moderne Apps brauchen moderne Systeme: Android oder iOS, viel Speicher, einen großen Bildschirm und aktuelle Sicherheit. Ein klassisches Handy hat ein paar Megabyte Speicher, einen briefmarkengroßen Bildschirm und ein Java von 2005. KeyAgain hält den Teil auf dem Handy winzig und verlegt die schwere Arbeit in einen Online-Dienst. Das Handy muss nur noch Text, Fotos und kurze Sprachnachrichten zeigen.
Und Windows Mobile?
Windows-Mobile-Geräte aus den 2000ern bringen nicht immer Java mit. Mit einer installierten Java-Laufzeit (wir haben phoneME genutzt, eine Open-Source-Java-ME-Laufzeit, auf einem HP iPAQ mit Windows Mobile 6) können auch sie KeyAgain ausführen.

